Wir leben in einer Gesellschaft, die uns vorlebt, dass man viel braucht, um glücklich zu sein. Und das viel nicht genug ist. Wir werden überall von Produktwerbung überhäuft. Also kaufen wir. Das zehnte Kleid in Schwarz, den neuen Treter für den Winter, noch ein Kunstbuch, noch ein Magazin, hier eine Tasche, da ein Staubfänger.

Wir hängen an Dingen die:
– Geld gekostet haben.
– Die uns emotional durch Erinnerungen berühren.
– In denen wir Zeit hinein gesteckt haben.

Ausgemistet. Gespendet. Zufrieden.

Mir wurde alles zu viel. Ich wollte mich unbedingt von Dinen befreien. Ich habe in den letzten Jahren vieles ausgemistet und bin radikaler geworden. Ich gehe nun bewusster einkaufen. Ausmisten gibt mir eine Leichtigkeit und Wohlbefinden in meinen vier Wänden und in mir. Ich lerne loszulassen. Mich von Dingen zu befreien, die mir zur (unbewussten) Last fallen. Wenn ich Besuch hatte, sah es immer ordentlich aus. Alles hatte seinen Platz. Aber das Übel war gut versteckt in den Schubladen, Schränken, hinter den Türen, unterm Bett, im Keller.. Alles Sachen, die mir wichtig erschienen und doch mit der Zeit in Vergessenheit geraten sind. Ich wohne seit gut 15 Jahren in meiner Wohnung und da häuft sich eben allerhand an. Bis ich kapiert habe, das ich all den Krempel Zuhause nicht brauche hat es gedauert.

Also, los geht´s!
Befreit euch von Altlasten! Ich habe euch unten aufgelistet, wo ich in Hamburg meine ausgemisteten Sachen am liebsten abgebe und verkaufe. Habt ihr weitere Tipps? Schreibt sie gerne unten in die Kommentare.

Buchempfehlung: Konsequent Ausmisten
Ich habe vor ein paar Jahren das Buch „Magic-Cleaning“ von Marie Kondo gelesen und kann es euch nur ans Herz legen! Die damals 30-jährige Japanerin ist Profi-Aufräumerin und hat wahnsinnig gute Tipps, die ich auch heute nach befolge. Entscheidend ist es, nur die Sachen zu behalten, die einem Freude machen. Richtig, große Freude eben. Den Rest soll man entsorgen. Marie Kondo geht hier nach Kategorien vor: Kleider, Bücher, Papiere, Kleinkrams und das härtseste zum Schluss: Erinnerungsstücke. Sie gibt Tipps wie: Hole alle Sachen aus dem Kleiderschrank, nehme alles einmal in die Hand. Überlege: Brauchst du das wirklich? Macht es dich glücklich? Wie lange nicht angehabt? Wie, zwei Jahre??? Na dann weg damit, es passt dir einfach nicht und fügt deinem Schrank negative Energie zu. Verabschiede dich davon und weg damit.

Altkleider in Hamburg loswerden

Alsterdorfer Anstalten
Hier sortieren und verarbeiten Menschen mit Behinderungen die Sachspenden. In einem Secondhandladen werden diese Produkte dann verkauft. Das Gute dabei: Die Verkaufserlöse gehen direkt in die Arbeit für Menschen mit Behinderung. Da habe ich einfach ein Gutes Gefühl.

Ich miste regelmäßig aus und packe gut erhaltenes in Müllsäcke. Diese werden von den Alsterdorfer Anstalten abgeholt, nachdem man einen Termin vereinbart hat. Persönlich lassen sich die Sachen aber auch abgeben.
Info: www.alsterdorf.de

Altkleider-Container mit Gütesiegel

Dieser Altkleidercontainer wurde geplündert.

Es gibt verschiedene Spendenboxen in Hamburg. Allerdings sind nicht alle seriös. Oft ist es nicht ersichtlich, ob die Spende tatsächlich bei den Bedürftigen ankommt. Siegel geben Antwort. Hier könnt ihr eure Sachen mit guten Gewissen abgeben: Container mit dem Laben von FairWertung, das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) sowie das BVSE Qualitätssiegel Textilsammlung vom Bundes­verband Sekundär­rohstoffe und Entsorgung.
Infos und Stellplätze: vzhh.de

Tipp: Ihr solltet die ausgemistet Kleidung Anfang der Woche hineinwerfen.

Ich war gerade sehr traurig darüber, das meine Sachen am Wochenende aus dem Altkleidercontainer in der Robert-Koch-Straße gezogen wurden und all die Sachen verstreut waren. Das Gute wurde heraus gefischt. Auf meine Nachfrage hin, sagte man mir, das der Container täglich Mo-Fr geleert wird. Am Wochenende machen sich dann Fremde darüber her und gehen nicht sehr liebevoll mit den Sachen um. Mein Trostgedanke: Wer so etwas macht, braucht es vielleicht auch dringend.

Hamburger Flohmärkte

Ich verkaufe gerne auf Flohmärkten. Hier lernt man neue Menschen kennen, führt schöne Gespräche und es ist schön zu sehen, wer die Sachen kauft. Einige Flohmärkte, wo ihr mich antreffen könnt, sind diese:

Anwohnerflohmarkt in Eppendorf
Hier verkaufen die Anwohner aus Eppendorf und Umgebung ihre schönen Sachen auf dem Marie-Jonas-Platz.
Info: flohmarkt-eppendorf.de

Hoch motiviert, trotz Regen auf dem Marie-Jonas-Platz.

Tausendschön im Kulturhaus Eppendorf
Seit 1999 gibt es den Flohmarkt ausschließlich für Frauen. Hier findet man alles, was das Frauenherz begehrt. Nicht zu finden sind Herren- oder Kindersachen.
Info: flohmarkt-eppendorf.de

Eppendorfer Landstraßenfest
An das jährliche Straßenfest grenzt der Nachbarschaftsflohmarkt. Der Verkauf lief die letzten Male nicht so rund, da doch sehr im Preis gedrückt wird und die Standpreise es in sich haben. Schwierig das wieder rein zu bekommen. Dennoch ein schöner Flohmarkt, da ich in dem Viertel auch aufgewachsen bin und immerzu ehemalige Nachbarn und Freunde treffe.
Info: bergmann-gruppe.net

Eppendorfer Weg/ Lehmweg
Der Flohmarkt befindet sich zwischen Lehmweg und Hoheluftchaussee. Zwischen den Jugendstilhäusern werden auf zahlreichen Ständen Schätzchen verkauft.
Info: hochberg-flohmarkt.de

Der Mädelsflohmarkt im Hühnerposten vor Öffnungsbeginn.

Mädelsflohmarkt
Seit 2008 gibt es den Flohmarkt für Mädchenkram. Er findet zwei Mal in Jahr statt. Einmal Outdoor und wie auf dem Bild zu sehen ist auch Indoor. Es ist schwierig einen Platz zu bekommen, mir gelang es zwei Mal. Wann man sich anmelden kann, wird online bekannt gegeben. Man muss fix sein und sich in den ersten Sekunden einen Platz schnappen. Um Punkt 12 werden die Tore erst zum Flohmarktgelände aufgemacht. Dann rennen die Massen an einkaufswütigen Mädels hinein, stürmen die Gänge und wühlen sich durch die Waren. Dazu leichte Musik im Hintergrund, Drinks und Goodie Bags gegen einen kleinen Preis.
Info: facebook.com/maedelsflohmarkt.das.original

Disclaimer: Bitte beachte, dass dieser Beitrag affiliate Links enthalten kann.
Fotos: Alena Zielinski