Die Stadt hat mein Herz im Sturm erobert. San Sebastián liegt im äußersten Norden der Iberischen Halbinsel an der Bucht La Concha, was „Muschel“ bedeutet, wegen ihrer Form. Die Stadt ist zum Schlemmen, Surfen, Filme schauen, für Strandentspannte, Kulturfans und seit letztem Jahr trägt sie den Titel: europäische Kulturhauptstadt 2016. Ich war bereits fünf mal dort. Jedes Mal entdecke ich Neues. Neue Gassen, neue Tapas, neue Erlebnisse. Ein ganz besonderer Ort.

Meine San Sebastián Highlights

Gourmethimmel

Die unzähligen Tapasvariationen, auch Pintxos im Baskenland genannt, in den urigen Lädchen lassen meine Geschmackssinne durchdrehen. San Sebastián hat nicht ohne Grund eine der höchsten Dichten an Michelin-Sterne-Restaurants weltweit. Dieses hohe Niveau spürt man bis zur kleinsten Tapasbar. Sie sind überall in der Stadt verteilt, in kleinen mukeligen Gassen, man kommt gar nicht an ihnen vorbei, ohne hinein gehen wollen. Der Eingang lässt auf die großen Theken blicken, mit ihren Leckereien- eine Augenweide an Köstlichkeiten. Darüber hängen reihenweise Schinken.

Tapas in allen Variationen.

Und wo geht man am besten essen? Es ist ganz einfach: hier und da. Im zick zack und wieder zurück. Überall etwas Kleines essen, zwei, drei Tapas und weiter geht es in den nächsten Laden. Dazu gönne ich mir am liebsten einen Cidre, der aus gut 1 Meter Höhe in das Glas gegossen wird. Mein Selbstversuch lag immerhin bei 20 cm Höhe… Das überlasse ich dann lieber den Servicekräften.
Tipp: Es lohnt sich gleich eine ganze Flasche Cidre zu kaufen. Das 0,1 Glas kostet im Schnitt 1 Euro. Die 1 Liter Flasche ca. 5 Euro.

Wer doch Tapasbar-Tipps braucht:

  • Cuchara San Telmo
    Wenn man sich ein Plätzchen erkämpft hat, bekommt man sehr leckeres baskisches Essen, z.b. Schweinebäckchen in Biersoße geschmort. Liegt direkt neben dem Museum San Telmo in einer kleinen Gasse. Adresse: Calle 31 de Agosto, 28, Donostia-San Sebastián
  • Bar Nestor
    Der beste Tomatensalat und Txuleta (Steak) der Stadt. Macht um 20 Uhr auf und man sollte rechtzeitig da sein. Adresse: Pescaderia 11, Donostia-San Sebastián
  • Viertel Gros

    Gelegen hinter der Surferbucht und ist eher von Einheimischen frequentiert. Jeden Donnerstag gibt es an der Kreuzung Birmingham/Zabaleta Tapas + Getränk für
 2 Euro. Dann sind die Straßen so voll, das für Autos kaum noch ein Durchkommen möglich ist.

    Tipp am Abend:
    Wir kauften uns gerne in einem der Shops Datteln, Bier oder Wein und setzten uns auf die Mauer hinter dem Monte Urgull oder an den Steg am Hafen, inklusive Sonnenuntergangshighlight.

Soooo lecker!

Cocha Bucht

Der 1.350 Meter lange Strand liegt an der Cocha Bucht. Die Bucht ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert. Antike Häuser reihen sich an der Promenade aneinander. Gehwege sind mit kleinen, kunstvollen Bäumen verziert.

Die Cocha Bucht mit ihren wunderschönen Bauten.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist: Rollstuhlfahrer können wunderbar entlang der breiten Promenade fahren. Die Gehwege sind ohne Mängel, sehr glatt und laden zum Verweilen ein. Duschen befinden sich am Strand. Pro Duschstation gibt es vier Duschköpfe mit kalten Wasser. Auch Trinkstationen und Toiletten sind regelmäßig aufzufinden.

Das Wasser in der Cocha Bucht beschenkt unsere Sinne mit türkisen, blauen Tönen. Bei Ebbe weicht das Meer so weit zurück, so dass man viele kleine, grünbewachsene Felsen sieht. Im Sommer tummeln sich bei dem gut 40 Meter breiten Strand Sonnenanbeter, StandUp Paddeler und Schwimmbegeisterte, um auf die kleine Insel gegenüber zu schwimmen:

Kleines Inselschätzchen

Zu der Insel „Santa Clara“ schwimmt man gut 15 Minuten. Ungeübte Schwimmer sollten lieber die Schiffsüberfahrt nutzen, denn hier kann eine starke Strömung herrschen. Drüben angekommen hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Direkt am Ufer befindet sich ein Café. Also packt euch ein paar Euro ein. Es ist schon toll, mit seinen Schwimmsachen sich erst mal einen Espresso zu holen und sich ans Wasser damit zu setzen. Kurze Verschnaufpause mit perfekter Aussicht.

Blick auf die Stadt San Sebastián, die Cocha Bucht und die Insel Santa Clara.

Um die Insel zu laufen dauert bei entspannten Schritten 20 Minuten. Hier haben viele Möwen ihre Nester aufgeschlagen. Diese befinden sich aber hinter den Absperrungen am Wegesrand. Ansonsten trifft man auf toll gewachsene Bäume, alte Stufen und einen wunderbaren Blick auf das Meer. Ein toller Ausflug und für mich jedes Mal ein Muss.

Um die Insel „Santa Clara“ führt ein Gehweg. Abends wird die Insel durch die LED-Strahler beleuchtet.

Die beste Aussicht auf San Sebastián

Top Aussichtspunkt auf San Sebastián.

Auf dem Berg Monte Igueldo befindet sich eine kleine Burg. Dort soll an sich ein Vergnügungspark sein, den es seit 1912 bereits gibt. Man muss dazu sagen, dass er im Mai noch nicht geöffnet hatte. Alles war verrostet, verstaubt, die Wasserwege, wo man per Boot um die Burg fahren soll- ein Tümpel. Es erinnerte an eine Geisterstadt. Der Eintritt lag bei 2,20 Euro.

Aber warum man eigentlich hierhin gehen sollte: Hier gibt es einen top Aussichtspunkt auf San Sebastián. Man blickt auf die gesamte Stadt, ihre Bucht und auf die Natur drum herum. Den Rückweg traten wir zu Fuß an. Man geht entspannte 20 Minuten bis zum Stadtanfang. Der Weg läuft vorbei an einer langen grün umsäumten Straße, vorbei an privaten Villaschätzen und am Ende schlängelt man sich durch kleinere Straßen bis zum Strand.

Kathedrale Buen Pastor

Das imposante Gebäude entdeckt man, wenn man durch die Gassen, Richtung Stadtzentrum geht. Dann sieht man sie plötzlich, am Ende der Straßen, in ihrer ganzen Pracht.
Sie wurde 1897 fertig eröffnet. Geprägt wird die Kathedrale von einem 75 Meter hohen Turm. Und noch etwas ist gigantisch: Die Orgel wiegt über 1000 Tonnen, hat mehr als 10.000 Pfeifen und ist somit eine der größten Orgeln Europas.
Adresse: Plaza del Buen Pastor, s/n 20005 Donostia – San Sebastián

Blick hinauf zur Kathedrale Buen Pastor.

Rathaus

Man sollte einen Besuch beim historischen Rathaus nicht versäumen. Es wurde 1897 erbaut und bis zum Jahre 1947 als Spielkasino geführt. Glücksspielen wurde dann verboten und das Gebäude wurde als Rathaus umfunktioniert. Davor bietet der große Platz Möglichkeit Rast zu machen- davon gibt es einige in San Sebastián. Zu den Sehenswürdigkeiten, wie den Fischerhafen und der Bucht La Concha, ist es nur ein Katzensprung entfernt.

Das Rathaus von San Sebastián. Gesehen von der Promenadenseite aus.

Hafen

Der kleine Hafen liegt im Stadtzentrum von San Sebastián. Seit 1970 dient er hauptächlich als Fischereihafen. Hier liegen Fischerboote und Segelschätzchen. Frischen Fisch gibt es am besten in einen der drum herum liegenden Restaurants.

Fischerboote treffen auf blaues Wasser.

Kunstdrucke von Koloreka

Der Laden Koloreka ist inmitten der Stadt, zwischen nicht so ansehnlichen Souvenirshops. Hier findet man liebevoll gestaltete Kunstdrucke rund um die Stadt San Sebastián. Der Künstler möchte damit seine Erfahrungen in der Stadt bildlich zeigen, Erfahrungen, die nie ein Ende finden. Die Drucke werden gut verpackt, so das sie den Nachhauseweg gut überstehen. Mir hat es ein Schiffsmotiv angetan, mit glitzernden Wasser und der Insel Santa Clara im Hintergrund.
Adresse: C/ San Jeronimo 19, 20003 Donostia –  San Sebastián

San Sebastián: Nützliches

Die Fassade des San Telmo Museum.

San Telmo Museum
Schon von außen ist das Museum ein Hingucker, ein eigenes Kunstwerk, mit den Blumen, die durch die Löcher nach außen wachsen. Wechselnde Kunstausstellungen zum Thema baskische Geschichte und Gesellschaft kannst du dir hier ansehen. Jeden Dienstag hat man freien Eintritt.
Adresse:
Plaza Zuloaga, 1, 20003 Donostia – San Sebastián

Campingplatz
Unser Campingplatz Igueldo war etwa 5 km entfernt und liegt auf einem Berg. Von dort aus fährt ganzjährlich ein Bus in das Stadtzentrum von San Sebastián. Eine Fahrkarte hat 1,70 Euro gekostet. Die Plätze waren durch Hecken getrennt, was einen kleinen privaten Raum schaffte. Schöne, saubere Sanitäranlagen und ordentliche Duschen. Jedoch gab es zwei Mankos: Das WLAN ging an zwei Tagen, die wir da waren, nicht einmal und der Trockner war kaputt. Die Wäsche kam klitschnass wieder raus.
Adresse: Camping Igueldo, Paseo Padre Orkolaga 69, 20.008 Donostia – San Sebastián

Filmfestival
Im Herbst (22-23 September 2017) findet immer das Filmfestival in San Sebastián statt, eines der größten der Welt. Es gibt Blockbuster sowie kleine baskische Filme.

Auskunft
Fremdenverkehrsamt San Sebastián, Boulevard 8, 2003 San Sebastián. Tel.: 0034-943481166
www.sansebastianturismo.com