Warum mich Freediving begeistert? Es ist UNGLAUBLICH! Ich bin das erste mal so richtig damit in Berührung gekommen, als ich den Apnoetaucher Nik Linder in Dahab / Ägypten bei der Dive Challenge traf. Natürlich habe ich auch den Film im Rausch der Tiefe gesehen und war damals schon hin und weg, aber sicher auch wegen der schönen Augen von Jacques Mayol!

Freediving ist übrigens auch bekannt unter den Namen Apnoe, Apnea, Freitauchen, Tauchen mit angehaltenem Atem. Zur Vorbereitung auf den Tauchgang nutzt und lehrt Nik Pranayama. Das sind Atemübungen mit ein bißchen Meditation und Stretching für die Tiefenentspannung, die man später im Wasser weiter führt. Normalerweise atmen wir wegen des Atmens willen, selten bewusst. Das ändert sich im Training. Und das tut so gut. Die Kombination aus Pranayama-Übungen und Freediving sind ein perfektes Zusammenspiel. Man lernt bewusst zu atmen, die Atmung zu steuern und sich zu entspannen. Es ist wichtig, sich vor dem Freediving zu beruhigen.

Freediving

Freediving in Ägypten.
Foto: Nik Linder

Beim Training bekamen nicht mehr meine zig alltäglichen Gedanken meine Aufmerksamkeit, sondern mein Atem. Ich konzentriere mich darauf, wie er einströmt und wieder hinausfließt. Wie er den Körper durchdringt. Der Sauerstoff seine Bahnen zieht. Wie er vom Mund bis in die Zehenspitzen wandert. Während der Atemübungen merkt man es schon nach wenigen Minuten: Der Puls verlangsamt sich merklich und der Körper taucht ein in die Tiefenentspannung.

Dann kommt er, der letzte Atemzug. Einmal RICHTIG TIEF ATMEN.
Und ab geht es hinunter in die Tiefe.
Wuschhhhhh!
Es vergehen Sekunden.
Minuten.
Vielleicht viele Minuten.

Hier ist der Druckausgleich extrem wichtig. Meine Challenge, denn wenn man den nicht richtig macht, geht es auf die Ohren, das Trommelfell kann reißen. Gar nicht so einfach, hinabzutauchen, ganz entspannt, an den Druckausgleich zu denken und den auch noch richtig zu machen. Ach ja und das Kinn auf die Brust drücken, gerade nach unten schwimmen, Armbewegungen in Schlüsselnotenform… Als nächstes folgt der Atemreiz, der eintritt, wenn man längere Zeit unten im Wasser ist und keine Luft holen kann. Er ist der natürlich Feind eines jeden Freedivers. Das Zwerchfell fängt an zu zucken. Jetzt muss man einfach ruhig bleiben. Und das klappt ganz gut, wenn man das ungewohnte Gefühl abwirft. Irgendwann muss man aber ja leider wieder auftauchen. Und im besten Fall völlig relaxed. Und glücklich.

Freediving ist nicht einfach ein Sport, es befreit. Man gleitet hinab ins Meer. Am liebsten möchte man dort unten bleiben…

Gründe für das Freediving

  • Freiheit
  • Erlebnisse
  • Sich mit Atem- und Entspannungstechniken beschäftigen
  • Der Hektik des Alltags entfliehen
  • Verbesserung der physischen und mentalen Kondition
  • Sich seinem Körper und Atem bewusst zu werden
  • In die Tiefe abtauchen ohne technische Hilsmittel
  • Mehr Selbstvertrauen unter Wasser
  • Grenzen erkennen
  • Ziele überschreiten
  • Sich mit dem Meer verbunden fühlen
  • Spaß

Ausrüstung

mares

Mein letzter Tauchgang © Alena Zielinski

Beim Freediving braucht man nicht viel. Weniger ist mehr. Ich habe mir zu Beginn meinen Surf-Neopren mit 3mm angezogen. Das klappte ganz gut. Jetzt folgt aber schon noch ein Freediving-Anzug. 5mm für kältere Gewässer, denn hier in Hamburg wird es ja doch mal frisch. Gut sind noch Freediving-Flossen, Maske und einen Tauchcomputer. Man möchte ja schon gerne wissen, wie tief man da eben heruntergekommen ist, um dann auf das Display zu gucken und den nächsten Höhenflug zu bekommen. Meine Empfehlung: Die Firma Mares verfügt über eine breit gefächerte Freediving Produktlinie- für alle Leistungsstufen. Hier kann man sichergehen, das man etwas sehr Gutes bekommt.

Methoden, das Freediving auszuüben

  • Streckentauchen – Mit einem Atemzug eine möglichst weite Strecke unter Wasser zurück legen.
  • Tieftauchen – Mit einem Atemzug möglichst tief abtauchen.
  • Zeittauchen- Mit einem Atemzug möglichst lange unter Wasser bleiben.

Mir gefällt „Free Immersion“ auch sehr: Man zieht sich ohne Flossen an einem Seil herunter und wieder hinauf.

Ausbildung

Verschiedenen Verbände bieten Basic Freediver Kurse an, um den Sport danach sicher auszuüben. Sie bestehen aus einem Theorieteil, Atem- und Entspannunstechniken und der Technik beim Zeit und Streckentauchen im Pool. Hier lege ich euch gerne Nik Lindere SSI Basic Freediver Kurs ans Herz, für weitere Infos geht es hier entlang.

Artikel Atempause

In der aktuellen Ausgabe des Magazins YOGA JOURNAL Juli/August 2016 ist mein Artikel über Nik Linder zu lesen:

Artikel im Yoga Journal „Atempause“ über Nik Linder

© Alena Zielinski

© Alena Zielinski

© Alena Zielinski