Freediving, das bedeutet mit nur einem Atemzug abtauchen. In die Stille des Meeres und auch zu sich selbst. Die Grenzen erkennen und hinter sich lassen. Um das zu erfahren und richtig zu lernen, bin ich auf eine Freedivingsafari in der türkischen Agäis um Mamaris gefahren.

Ankunft am Flughafen Dalaman © Alena Zielinski

Ankunft am Flughafen Dalaman © Alena Zielinski

Nach gut zwei Flugstunden aus Deutschland komme ich am Flughafen Dalaman an. Mit meinen zig Gepäcktaschen (20 Kilo Tasche, Laptoptasche, Tasche mit Fotoequipment, Rucksack) werde ich von Jürgen begrüßt. „Heyyyy, du musst Alena sein, du siehst mir nach einer Freediverin aus“. Danke dafür. Ich dachte schon ich sehe so aus, als wenn ich zuvor noch nie für eine Reise gepackt habe. Jürgen ist einer der super netten Besitzer des Schiffes MSY Okyanus JD, was ich eine Woche mein Zuhause nennen durfte.

Nach einer Kaffeestärkung und dem Einsammeln 11 weiterer Gäste ging es los. Der Bustransfer vom Flughafen nach Bozburun dauerte ca. 2 Stunden. Vorbei am schroffem Land, malerischen Häfen, Ziegen und überall sah man Feigenbäumchen in den Berglandschaften.

Türkei Segelschiff

Schiffsschätzchen

Das 28,5 Meter lange Segelschiff namens „Okyanus“ (Ocean) wurde von Jürgen Janning und Ahmet Durmaz 2012 restauriert und so modifiziert, dass es für Tauch- und Freedivingsafaris optimal genutzt werden kann. Es gibt zweier Kabinen, wo bis zu 12 Gäste Platz finden. Jede mit eigenem Badezimmer und kleinem Schrank für seine Habseligkeiten.

Wir schliefen jedoch jede Nacht draußen an Deck. Warum? Da sah man diesen unglaublichen Sternenhimmel, dazu hatten wir die frische Meeresbrise und die Wellen schaukelten uns sanft in den Schlaf. Das Schönste Bett dieser Welt! Es gab ein allabendliches Ritual am Bug des Schiffes: Wir lagen verteilt auf ausgelegten Kissen und zählten Sternschnuppen. Dazu ein Eves Bier, gute Gespräche und ein toller Abendausklang war gesichert.
Wir sichteten am Abend bis zu 10 Sternschnuppen. In Wahrheit sah ich zwei und die anderen 10, weil ich in dem Moment natürlich in eine andere „Ecke“ des Himmels schaute…

Pranayama am Morgen. © Alena Zielinski

Pranayama am Morgen, bevor der Freediving-Tauchgang startete. © Alena Zielinski

Pranyama

Zur Vorbereitung auf das Tauchen begannen wir mit Nik Linder den Tag um 6 Uhr mit Pranayama und verschiedenen Yogatechniken oben an Deck. Einmal, hach, einmal da ankerten wir an einer einsamen Bucht. Während des morgendlichen Sonnengrußes sahen wir die Sonnenstrahlen hinter einer Bergspitze aufblitzen. Das Lächeln war gesichert. Ein wunderschöner Start in den Tag.

 

Freediving / Apnoe

Freediving

Slow down. Freediving in der Türkei.
Mädschen: Alena  © Bülent Şelli

Wir trainierten an verschiedenen Bojen. Für jedes Erfahrungslevel gab es eine Boje. Ich trainierte meistens an der Boje namens „Holiday“- die KNALLHARTE PROFI-BOJE! Ähm hüstel… Beginnerboje…
Sicherheit stand an oberste Stelle. Jeder hatte einen Partner an seiner Seite, der ihn gesichert hat. Ab einer gewissen Zeit und Tiefe macht nicht jeder Körper mit. Neben dem Luftanhalten und der Entspannung ist auch die Fähigkeit zum Druckausgleich wichtig. Getaucht wurde mindestens zu zweit. Unter Wasser begegneten wir Fischschwärmen, felsigen Wänden, antiken Gegenständen- wie Amphoren und tollen Wassergräsern, die sich wie Teppiche über den Boden zogen. Die Sichtweite lag bei etwa 40 Metern. Die anderen sahen auch Rochen. Ich nicht, weil ich in dem Moment natürlich in eine andere Ecke des Meeres schaute. DejaVu?!

Zwischen den Tauchgängen schnorchelte ich, sprang einfach vom Boot aus ins kühle Wasser, um die sonnengemütlichen Sinne zu erfrischen. Immer wieder sah man mich an Deck auf den zahlreichen Matten herumliegen. Alle Viere von mir gestreckt. Siesta! Zwei Kanus standen für Ausfahrten bereit. Es wurden Kartenspiele gespielt, wie das packende Mau-Mau, was zu dramatischen Situationen führte (meine Welle an 7er Karten an den Herren neben mir…).

ARTIKEL: FREEDIVING – DIE GROSSE FREIHEIT

Kameriye Adası

Am vorletzten Tag ankerten wir bei einer alten griechischen Kirche bei Kameriye Adası (Kameriye Island), die aus dem 14. Jahrhundert stammt. Vor dem Gebäude empfing uns ein Baum, an dem die Besucher bunte Bänder für ihre Wünsche anbrachten. Der Mosaikboden aus schwarzen und weißen Steinen ist im Vergleich zu der Kirche sehr gut erhalten. Damals wurden hier Wein und Oliven angebaut. Man findet auch noch einen alten Brunnen, den Rest einer Kornmühle und einer Mauer, die sich an der Seite entlang schlängelt. Leider zerfällt der Ort mit jedem Tag mehr, denn er wird nicht geschützt oder restauriert. Jeder einzelne Schritt der Besucher, nimmt ein bisschen Geschichte weg.

Fotos zu Kameriye Adası:

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Hafenschätze

Am letzten Tag legten wir im schicken Hafen von Selimiye an, wo man entlang der Küste von einem bis zum anderen Ende laufen kann. Es reihen sich süße, bunte Cafés aneinander. Eins hatte einen riesigen Gummibaum, der sich über das Dach entlang schlängeln. Überall glitzerten bunte Lampions im Abendlicht. Hängematten schaukelten halb im Meer und luden zum Seele baumeln lassen ein. Der Hafen hat mich total entzückt. Wir ließen den Abend hier ausklingen, um später an Deck unsere letzten Sternschnuppen in diesem Land zu zählen. Nachts ging es dann zum Flughafen zurück.

© Alena Zielinski

Nik Linder © Alena Zielinski

Lesenswert: Niks Blogeintrag „Sternschnuppen kommen von rechts“ für die Firma Mares, die Tauchausrüstung für Beginner und Profis herstellt. Ihr findet hier meine Fotos, aber auch, wie der Titel schon erahnen lässt: eine sehr amüsante Geschichte der Reise.

Goldener Abend © Alena Zielinski

Goldener Abend © Alena Zielinski


Freediving und Segeln in der Türkei: