Heute möchte ich alles um mich herum vergessen. Einfach meine Bahnen ziehen. Das Leben um mich herum kann innnehalten und ich kann mich gedanklich weg beamen.

Und wie gewöhnlich stört ein Schwimmer. Er schwimmt wie ein Irrer. Peitscht davon mit einem Schwall an Wasserspritzern in der Luft. Ich spüre einen kleinen Tritt vom Nebenmann, einen Schlag der Hand der Schwimmerin links neben mir. Der vor mir schwimmt wie ein Schneckentier.
Sei Gelassen. Ich muss hier und jetzt alles hinter mir lassen.

Da schwimmt mir eine Pinke Zweier-Haubenfraktion entgegen. Vertieft im Gespräch und voller Ruhe. Ein paar kicher über den neuesten Tratsch. Am besten sie bleiben auch mal stehen und unterhalten sich inmitten der Bahn über Rezepte und Wehen.
Entspann dich, du bist hier um frei zu sein. Mach diese nervtötenden Gedanken mal ganz klein.

Neue Ablenkung, weil wieder ein Kind im abgesperrten Bereich planscht. Da kommt auch schon der Bademeister angerannt.
Aber hey, unentwegt machen wir im Leben eine Welle, auch bei einer kleinen Delle. Jetzt heißt es einfach mal die Luft anhalten und sie lassen. Die Gedanken ziehen lassen.

Ach man, überall Menschen auf den Wiesen, im Becken und in allen Ecken. Mich herum drehen und gelassen an der Oberfläche schweben. Das wärs, jedoch nicht im Sommer. Da kommen sie alle aus ihren Häusern gekrabbelt, mit einem Knall wie vom Donner und überfüllen das Schwimmbad an diesen heißen Tagen.

Ok, mein Blick schweift zur Wanduhr am Beckenrand. Eine Stunde ist vorbei. Wird Zeit zu gehen. Aber erst mal unter der Dusche stehen. Sind meine FlipFlops noch da oder hat sie wieder ein Schuhfan eingepackt? Ja manche Leute sind echt beknackt.

Ich habe mich köstlich heute amüsiert. Aber es wird Zeit mal wieder surfen zu gehen. Im Meer. Da kann man auch in Ruhe erst mal am Strand stehen und sich dann den tobenden Wellen hingeben.