Oktober 2016: 42 Tauchbegeisterte und viele Pressevertreter zog es an den nördlichsten Punkt des Golfes von Aqaba. Anlass war das Tauchevent „Dive Challenge“. Ich war zum dritten Mal in einem Jahr in Jordanien und ich habe viele Schönheiten noch besser kennengelernt, die ich euch hier vorstellen möchte:

Tauchreviere deluxe
Die Woche war geprägt von erlebnisreichen Ausflügen, Über- und Unterwasser. Wir wohnten im 5* Radisson Blu Tala Bay Hotel, wo auch die Extra Divers-Tauchbasis ihren Platz hat. Nur wenige Minuten zu Fuß entfernt, direkt am Strand. Hier gibt es ein Hausriff, das bis zu 50 Meter in die Tiefe abfällt. Die Highlight Tauchplätze, wie „Tank“ und die „Cedar Pride“, werden mit Booten angefahren. Die Wassertemperaturen sind relativ konstant, im Sommer betragen sie bis zu 28 Grad.

Foto: Gerald Nowak / Gerald-Nowak.de

Taucherspot „Tank“. Foto: Gerald Nowak / Gerald-Nowak.de

Ich sah Moränen, Rotfeuer-, Wimpel-, Koffer- und Trompetenfische. Den Moment, wo eine riesen Schildkröte und ein Octopus sich für die Taucher in bester Lage posierten, damit diese schöne Fotos machen konnten- den verpasste ich. Hmpf! Ich war da gerade wieder auf das Boot gestiegen, um mich in der Sonne Jordaniens zu trocknen. Dafür hat keiner meinen gigantischen Kofferfisch gesehen. So!

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Prüfungen und Clean-Up
In der Woche absolvierten die Taucher einige Prüfungen für die Dive Challenge. Sie beantworteten Fragen zu den Tauchplätzen und machten Fotos für einen Fotowettbewerb. Ein Part war die „Clean-Up-Aktion“: Hier haben die Teilnehmer Müll aus dem Meer gesammelt und entsorgt. Eine schöne und nachhaltige Aktion, was doch jeder Taucher bei jedem Tauchgang machen sollte! Da kam einiges zusammen: Jeder Teilnehmer sammelte binnen einer halben Stunde 0,5 bis 2,5 Kilo.

Petras Farbenwelt
Auch die Felsenstadt Petra sah ich zum dritten Mal und ich war wieder hin und weg von den gigantischen Monumentalfassaden. Und ich entdeckte Neues: Geht man beim Schatzhaus Khazne al-Firaun ein Stückchen weiter, entdeckt man einige farbige Sandsteinformationen. Etwas von mir nie zuvor Gesehenes. Gemaserte Schichten von Rot bis Blau. Sie erinnern an ein Ölgemälde. Van Gogh wäre vor Neid erblasst!

Die Besucher knippsten an dem Tag wieder ihre Kamera Akkus leer und brachten Speicherkarten voller Glück Heim.

 

dive-challenge-jordan-alena-zielinski-66-von-82Wadi Rum schmeckt noch am besten
Bisher Lieblingsplatz in Jordanien. Markanten Felsformationen, roter Sand und unglaubliche Weiten. Die Jeeps fuhren mit uns durch die wunderschöne Landschaft. Teilweise gab es schöne Rutschpartien, sie sausten die Dünen hinab, begleitet von glückselig, quickenden Fahrgästen.

Die Felsen sind gigantisch, teilweise ganz glatt abgesplittert oder sehen wie Zuckerguss aus. Und diese Stille. Es sei denn man hört mich sagen:

„Wahnsinn! Wie schön das hier ist! Oh ein Kamel. Da, ein toller Felsen. Jetzt habe ich aber viel Sand in den Schuhen. Ach, ich ziehe sie einfach aus. Der Sand ist wirklich ganz schön rot.  Ist das schöööön hier. Barfuß laufen ist so toll! Da sind die Felsen aber schön abgesplittert. Moin, kann ich hier sitzen oder bricht der Felsen gleich unter mir ab? Oh da oben, da muss ich rauf klettern, bestes Fotomotiv! So schööööööön! Knips! Wo ist eigentlich schon wieder Nik hin? Knips! Andy, lauf mir nicht immer ins Bild! Und wo ist nun mein Schuh? Herrlich, diese Stille hier. Oh müssen wir schon gehen?“

 

Ein Bild, viele Blickrichtungen. Foto: Björn Schnare

Ein Bild, viele Blickrichtungen. Foto: Björn Schnare

Am Ende des Tages verabschiedete sich der rote Feuerball am Horizont und ging hinter den Felsen unter. Wir saßen in der Pole Position auf einem Hügel. Ganz still beobachteten wir, wie Himmel und Wüste miteinander in Rottönen verschmolzen.
Mein Tipp: Einfach nur genießen.

dive-challenge-jordan-alena-zielinski-78-von-82Unser Tourguide Atef Zeidan von Tania Tours führte uns freundlich, sachkundig und im perfekten Deutsch durch Petra und Wadi Rum. Und wenn es doch still wurde, dann erzählte er auch gerne mal einen Witz:

Geldbörse klappt auf, Fliege rein. Klappt zu. Klappt auf. Fliege raus. Nächstes mal: Geldbörse klappt auf, Fliege rein. Klappt zu. Flugzeug. Nächste Stadt. Geldbörse klappt auf. Fliege außer Atem. Nicht gut geklappt!

Freediving und Pranayama
Der Apnoetaucher Nik Linder war wieder mit an Bord und lehrte die Teilnehmer das Freediving. Morgens um halb 7 gab er aber zunächst einmal Pranayama. Das sind Atemtechniken, die der Entspannung dienen. Man traf sich täglich am Strand mit müden Augen. Von mir gab es noch einen großen Gähner dazu. Das ist einfach nicht meine Zeit. Die Übungen sind entspannt, manche haben es aber faustdick hinter den Ohren! Der Körper wird mit jede Menge Sauerstoff gefüllt, was dazu führt, das man auch mal kleine Sternchen am Morgen sieht. Nach dem Pranayama war ich wach. Munter bin ich übrigens immer.

„Mit diesen Übungen, kann man die eigene Lebensenergie besser steuern“, so Nik. Dieser Satz brannte sich bei mir ein und verfolgt mich etwas. Die Lebensenergie und somit die Lebensqualität anhand von Atemtechniken steuern. Das ist doch was Schönes.



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Umweltschutz
Gerald Nowak, der Unterwasserfotograf schlechthin, hielt spannende Vorträge zum Thema Unterwasserfotografie und Umweltschutzorganisationen. So erfuhr ich, dass in vielen Beautyprodukten Mikroplastik enthalten ist. Das sind kleine Kunststoffteilchen, die für Peelings, Seifen oder Schminke genutzt werden. Mikroplastik ist zu klein für unsere Kläranlagen und landet somit in der Umwelt, in den Fischen und am Ende in uns. Wenn ihr also etwas kauft, achtet darauf, das kein Mikroplastik (auch als Polyethylen PE oder Polyproplyn PP gekennzeichnet) drin steckt. Wenn ihr etwas findet, schreibt die Firmen an. Liebe Grüße von mir.

dive-challenge-jordan-alena-zielinski-82-von-82Gala Abend
Am letzten Tag der Dive Challenge war die Sonne etwas schüchtern. Sie fand es wohl nicht so toll, das wir bald abreisen. Sie machte sich vom Acker. Es breitete sich ein Unwetter am Golf von Aqaba aus. Blitze zogen über das Meer. Für uns ging es zum Gala Abend, der kurzerhand vom Strand ins Restaurant verlegt wurde. Während es draußen donnerte, ließen wir es drinnen krachen. Unter der Schirmherrschaft der Region Tala Bay erlebten wir einen wunderbaren Abend mit einem reichlich bestückten Buffet, Livemusik und einer Siegerehrung. Die Dive Challenge 2016 gewann Sven Bopprés. Er bekam an dem Abend 1000 Euro Preisgeld, einen Scubapro Tauchcomputer, viele wunderbare neue Eindrücke und meinen Kamerablitz entgegen geschmettert für viele, schöne Siegerfotos.

Die nächste Challenge 2017 steht bereits in den Startlöchern. Und ich plane meinen Jordanien Besuch Nummer 4. Ein paar Tage in die Wüste Wadi Rum. Das wärs.

Dive Challenge

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