Die meisten Menschen schenken ihrer lebensnotwendigste Tätigkeit, das Atmen, oft zu wenig Aufmerksamkeit. Wir atmen täglich etwa 25.920 mal ein und aus. Ohne darüber nachzudenken. Läuft ja automatisch und dadurch oft falsch. Wir atmen zu flach, zu hektisch und zu schnell und nutzen dabei nur gut 30 Prozent der Lungenkapazität. Das ist ungesund. Die Folgen kennen wir doch alle: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Verspannungen.

Ich hatte oft gespürt, wie mein Herz unregelmäßig schlägt. Selbst wenn ich ganz entspannt war. Der Grund? Durch meine Körperhaltung habe ich meine Lungenkapazität gemindert und alles zog sich zusammen. Ich bin sehr groß und ziehe meine Schultern unbewusst nach vorne. Mein Opa wollte mir nicht ohne Grund einen Besenstiehl als Kind auf den Rücken binden, damit die kleene Deern gerade geht. Ich habe mich übrigens dagegen gewehrt. Meine Herzprobleme haben sich durch die Atemübungen deutlich gebessert und auch meine Körperhaltung. Und wenn ihr mich doch krumm rum laufen seht, müßt ihr mir einfach einen Besen anbinden…

Zieht sich euer Bauch bei einatmen ein? Das ist falsch. Dieses verkehrte Muster kann ein Anzeichen von innere Unruhe sein. Beobachtet man Babys, dehnt sich der Bauch beim atmen aus. Mit der Zeit verlernt man dies. Eine tiefe Bauchatmung regt eure inneren Organe an und verbessert eure Durchblutung. Die Immunabwehr wird gestärkt und die Verdauung angeregt.

Wie richtiges Atmen dich verändert:

  • Atmet ihr langsam und tief ein, beruhigt das den Geist und den Körper. Es führt zu mehr Gelassenheit. Schon in den ersten Minuten verlangsamt sich der Puls, was zur Entspannung führt.
  • Eine tiefe Atmung hilft bei Konzentrationsschwierigkeiten.
  • Probleme werden besser angegangen.
  • Man stimuliert eine positivere Grundstimmung.
  • Schmerzen sind besser zu ertragen.
  • Du bekommst mehr Power.
  • Die Stimme wird klarer.
  • Der Stoffwechsel bekommt neuen Schwung.
  • Verspannungen und Blockaden werden gelöst.
  • Du wirkst Stress entgegen.
  • Atmet ihr richtig, werdet ihr euch Inneres und euer Äußeres verändern. Alles geht in eine positivere Richtung.
  • Ihr verstärkt die Entgiftung für euren Körper. Eine richtige Atmung verbessert nachhaltig den Teint.
  • Mit einer richtigen Atmung aktiviert ihr eure Lebensenergie.

Schenkt eurer Atmung mehr Leben und Liebe. Foto: Nicole Dechow

Wie komme ich auf das Thema Atmung?
Ich lernte Nik vor gut fünf Jahren in Ägypten bei einer Tauchreise kennen, wo ich als Fotografin vor Ort war. Ich bin gewohnt gestresst, bewaffnet mit meiner Kamera und Kugelschreiber, durch die Gegend geflitzt. Nik meist mit seinen Flossen und einem breiten Lächeln. Jederzeit tiefenentspannt. Im Gespräch erfuhr ich von seiner Vorbereitung auf seinen Freedivingsport. Man muss dazu sagen, ich fand es zunächst einfach total Irre, das Nik 108 Meter unter einer Eisdecke entlang taucht und das mit nur einem Atemzug. Er wurde von meinen Fragen zu dem Thema überhäuft. Das hat sich bis heute eigentlich nicht geändert.

Er erzählte mir von verschiedenen Atemtechniken, um seine sportlichen Extremleistungen zu schaffen. Dabei nutzt er Anwendungen wie Asanas, autogenes Training, Meditation und nun kommt es: vor allem Pranayama. Das Wort setzt sich aus „Prana“ und „Ayama“ zusammen. „Prana“ bedeutet Lebensenergie. „Ayama“ heißt „kontrollieren“ oder auch „erweitern“. Pranayama ist also die bewusste Steuerung und Vertiefung der Atmung. Seitdem diesem Gespräch bin ich völlig hingerissen von dem mir bis dato fremden Thema der Atmung. Ich liebe es, wenn meine Sinne neue Themen erhaschen und sich darauf stürzen können. Die Atmung begleitet mich ständig und bekam zu wenig Aufmerksamkeit. Ab da an nicht mehr.

Atemkurse

Atmen in Hamburg.

In Niks Atemkurs, erfahren die Teilnehmer, wie sie die Atemübungen in den Alltag integrieren können, die Atmung bewusst durch den Körper lenken, die Atmung besser spüren, ihr mehr Beachtung schenken. Sie können die Übungen dann beim Start in den Tag, im Büro oder unterwegs nachmachen.

Die Kurse dauern im Schnitt 2-3 Stunden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 20 Stück. In Hamburg und welcher Ort uns noch so gefällt unterstütze ich ihn bei der Organisation. Und wer weiß wo sonst noch. Die Welt hat ja viel Platz zum Atmen.

Ihr habt Lust bekommen auf einen Atemkurs?
Der nächste ist am 8. Februar 2018 in Hamburg. Hier geht es zur Veranstaltung.
Und wer es nicht zum Kurs schafft, dem kann ich sein Buch empfehlen. Hier wird Schritt für Schritt erklärt, wie ihr euch Entspannungstechnik aneignen könnt. Ein schönes Lehrbuch, um den Stress des Alltags zu entkommen und sich zu erholen: Apnoe und Meditation: Mit Relaqua entspannt zum Erfolg.

Vier kleine Beispiele für Atemübungen:

  1. Für Entspannung
    Am besten bei frischer Luft: Atme langsam durch die Nase ein. Atme langsam durch die Nase aus. Sei ganz bei dir. Vergesse all deine Probleme. Sei ganz bei deiner Atmung. Spüre wie dein Körper entspannt.
  2. Fitter fühlen
    Stelle dich bequem hin. Atmet tief ein, atmet tief aus und lass dabei den Kopf nach unten wandern. Lass die Hände zwischen den Beinen baumeln. Verweile für einen Moment in dieser Haltung und richte dich dann wieder auf. Dabei atmest du ein.
  3. Freier atmen
    Setze dich im Schneidersitz oder wie es für dich bequem ist auf den Boden. Du kannst dich auch an einer Wand anlehnen. Stütze die Arme seitlich auf. Hebe den Kopf etwas nach oben. Dein Blick geht geradeaus. Kopf und Wirbelsäule dürfen nicht überstreckt werden. Atme durch die Nase tief ein, atme durch den Mund tief aus.
  4. Den Körper bewußter wahrnehmen
    Atme tief ein und hebe einen Fuß. Atme tief aus und setze ihn langsam wieder auf. Spüre ihn von der Ferse bis zu den Zehen. Atme wieder tief ein und hebe den anderen Fuß. Du wirst deinen Körper bewußter wahrnehmen und ganz bei dir sein.

Ich wünsche euch viel Spaß beim bewussten Atmen und Entspannen!

Übrigens: Einen Artikel zu dem Thema „Atmung“ erschien im Yoga Journal von mir:

Artikel im Yoga Journal „Atempause“ über Nik Linder

© Alena Zielinski

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Fotos: Alena Zielinski